{"id":1528,"date":"2020-03-03T11:57:13","date_gmt":"2020-03-03T11:57:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.afibmatters.org\/was-kann-mein-arzt-tun\/wie-man-einem-schlaganfall-vorbeugt\/"},"modified":"2022-09-26T12:06:00","modified_gmt":"2022-09-26T11:06:00","slug":"wie-man-einem-schlaganfall-vorbeugt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.afibmatters.org\/de\/was-kann-mein-arzt-tun\/wie-man-einem-schlaganfall-vorbeugt\/","title":{"rendered":"Wie man einem Schlaganfall vorbeugt"},"content":{"rendered":"<h3>Warum besteht ein Schlaganfallrisiko?<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-948\" src=\"https:\/\/cdn-endpoint-afib.azureedge.net\/afibmatters\/2020\/01\/shutterstock_711737485-1024x804.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"804\" srcset=\"https:\/\/cdn-endpoint-afib.azureedge.net\/afibmatters\/2020\/01\/shutterstock_711737485-1024x804.jpg 1024w, https:\/\/cdn-endpoint-afib.azureedge.net\/afibmatters\/2020\/01\/shutterstock_711737485-300x235.jpg 300w, https:\/\/cdn-endpoint-afib.azureedge.net\/afibmatters\/2020\/01\/shutterstock_711737485-768x603.jpg 768w, https:\/\/cdn-endpoint-afib.azureedge.net\/afibmatters\/2020\/01\/shutterstock_711737485-1536x1206.jpg 1536w, https:\/\/cdn-endpoint-afib.azureedge.net\/afibmatters\/2020\/01\/shutterstock_711737485-2048x1608.jpg 2048w, https:\/\/cdn-endpoint-afib.azureedge.net\/afibmatters\/2020\/01\/shutterstock_711737485-461x362.jpg 461w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Bei Vorhofflimmern wird die Vorhofkontraktion verringert, was zu einer Verlangsamung oder sogar einem Stau des Blutflusses f\u00fchrt, was wiederum zur Bildung von Gerinnseln f\u00fchren kann. Dieses Gerinnsel kann dann in den Kreislauf freigesetzt werden, was zu einem Schlaganfall oder systemischer Embolie f\u00fchrt. Das Risiko der Gerinnselbildung ist h\u00f6her, wenn bestimmte Begleiterkrankungen wie z. B. Bluthochdruck oder h\u00f6heres Alter vorliegen. Zur Vorbeugung von Schlaganf\u00e4llen bei Patienten mit einem h\u00f6heren Risiko werden in der Regel Medikamente empfohlen, die umgangssprachlich als \u201eBlutverd\u00fcnner\u201c (Antikoagulanzien) bezeichnet werden. Ihr Arzt wird Ihr Risiko berechnen und mit Ihnen die Vorteile und m\u00f6glichen Risiken der Einnahme eines blutverd\u00fcnnenden Medikaments besprechen. Sie sollten gemeinsam entscheiden (\u201egemeinsame Entscheidungsfindung\u201c), ob Sie mit einem solchen Medikament beginnen oder nicht. <\/p>\n<p>Wenn Sie mehr \u00fcber die gemeinsame Entscheidungsfindung zu einer Antikoagulation erfahren m\u00f6chten und warum es wichtig ist, dass Sie sich aktiv an der Entscheidung beteiligen, lesen Sie bitte den folgenden, speziell f\u00fcr Patienten geschriebenen Artikel:<\/p>\n<div class=\"blockquote-box\">\n<blockquote><p><a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/eurjcn\/article\/21\/6\/544\/6658513\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Patienten, Familienmitglieder und medizinisches Fachpersonal treffen gemeinsam Entscheidungen \u00fcber den Beginn einer blutverd\u00fcnnenden Behandlung zur Vorbeugung von Schlaganf\u00e4llen bei Patienten mit Herzrhythmusst\u00f6rungen\u201c (European Journal of Cardiovascular Nursing, Science for Patients).<\/a><\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Wie hoch ist mein Schlaganfallrisiko?<\/h3>\n<p>Ihr Arzt hat wahrscheinlich das Risiko eines Schlaganfalls im Zusammenhang mit Vorhofflimmern mit Ihnen besprochen. Dieses wird unter Verwendung des CHA2DS2- VASc &#8211; Scores berechnet. Die folgenden Erkrankungen erh\u00f6hen Ihr Risiko: Stauungsinsuffizienz &#8211; 1 Punkt, hoher Blutdruck &#8211; 1 Punkt, Alter \u2265 65 &#8211; 1 Punkt, \u2265 75 &#8211; 2 Punkte, Diabetes \u2013 1 Punkt, vorheriger Schlaganfall oder transitorische isch\u00e4mische Attacke &#8211; 2 Punkte, Gef\u00e4\u00dferkrankungen (periphere arterielle Erkrankungen, vorheriger Myokardinfarkt, Atherom der Aorta) \u2013 1 Punkt und weibliches Geschlecht z\u00e4hlt auch 1 Punkt.<\/p>\n<p>Je nach Punktzahl und damit CHA2DS2- VASc \u2013 Score steigt das Schlaganfallrisiko von 1,3&nbsp;% j\u00e4hrlich (bei CHA2DS2- VASc \u2013 Score =1) auf 15,2&nbsp;% j\u00e4hrlich (bei CHA2DS2- VASc \u2013 Score = 9).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mdcalc.com\/cha2ds2-vasc-score-atrial-fibrillation-stroke-risk\"><strong>Beurteilung Ihres Schlaganfallrisikos bei Vorhofflimmern &#8211; Online-Rechner<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Einige Menschen haben Anf\u00e4lle von Vorhofflimmern, die spontan enden, und einige von ihnen sind asymptomatisch. Je nach Schlaganfallrisiko ben\u00f6tigen Sie m\u00f6glicherweise lebenslang Antikoagulantien, auch wenn Ihr Rhythmus wieder normal ist.<\/p>\n<h3>Blutverd\u00fcnner (Antikoagulantien)<\/h3>\n<p>Blutverd\u00fcnner sind Medikamente, die die Zeit der Blutgerinnung verl\u00e4ngern und die Bildung von Thromben (Gerinnseln) verhindern. Blutverd\u00fcnner k\u00f6nnen Vitamin K-Antagonisten oder Nicht-Vitamin-K-antagonistische Orale Antikoagulantien sein, auch als neue orale Antikoagulantien (NOAC) oder direkte orale Antikoagulantien (DOAC) bezeichnet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-997\" src=\"https:\/\/cdn-endpoint-afib.azureedge.net\/afibmatters\/2020\/01\/istockphoto-995533848-1024x680.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"680\" srcset=\"https:\/\/cdn-endpoint-afib.azureedge.net\/afibmatters\/2020\/01\/istockphoto-995533848-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/cdn-endpoint-afib.azureedge.net\/afibmatters\/2020\/01\/istockphoto-995533848-300x199.jpg 300w, https:\/\/cdn-endpoint-afib.azureedge.net\/afibmatters\/2020\/01\/istockphoto-995533848-768x510.jpg 768w, https:\/\/cdn-endpoint-afib.azureedge.net\/afibmatters\/2020\/01\/istockphoto-995533848-500x332.jpg 500w, https:\/\/cdn-endpoint-afib.azureedge.net\/afibmatters\/2020\/01\/istockphoto-995533848.jpg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p><strong>Vitamin K-Antagonisten<\/strong><br \/>\n(Warfarin, Acenocoumarol, Phenprocoumon)<br \/>\nVitamin K-Antagonisten sind die \u00e4ltesten Antikoagulantien. Sie verringern die F\u00e4higkeit des Blutes, Gerinnsel zu bilden. Wenn Ihnen Ihr Arzt eines dieser Medikamente verschreibt, sollten Sie die Anweisungen Ihres Arztes sorgf\u00e4ltig befolgen.<\/p>\n<p>Sie werden regelm\u00e4\u00dfige Bluttests durchf\u00fchren m\u00fcssen, um die blutverd\u00fcnnende Wirkung des Medikaments zu \u00fcberwachen. Diese wird anhand des \u201eINR\u201c, eines standardisierten Verfahrens, gemessen. Bei Patienten, die keine Antikoagulantien einnehmen, geht die Blutgerinnung normal vonstatten und der INR ist etwa 1. Um das Schlaganfallrisiko bei Patienten mit Vorhofflimmern zu verringern, sollte ihr INR zwischen 2 und 3 liegen. Abh\u00e4ngig von dieser Messung wird die Dosierung der Medikamente individuell angepasst. Es ist von gr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit, diesen Bluttest regelm\u00e4\u00dfig durchzuf\u00fchren, um sicherzustellen, dass Ihre Dosis korrekt ist und Sie nicht gef\u00e4hrdet sind. Die verwendete Dosierung kann von Person zu Person unterschiedlich sein und sich mit der Zeit \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Es ist auch wichtig zu wissen, dass Lebensmittel, die hohe Mengen an Vitamin K enthalten, Vitamin-K-Antagonisten entgegenwirken k\u00f6nnen. Wenn Ihre Ern\u00e4hrung reich an Vitamin K ist, m\u00fcssen Sie wahrscheinlich mehr von dem blutverd\u00fcnnenden Medikament einnehmen.<\/p>\n<p><strong>NOAC<\/strong><br \/>\nZu diesen Medikamenten geh\u00f6ren Dabigatran, Rivaroxaban, Apixaban und Edoxaban. Sie wirken k\u00fcrzer als Vitamin-K-Antagonisten und erfordern in der Regel keine regelm\u00e4\u00dfigen Bluttests oder \u00dcberwachung durch Ihren Arzt.<\/p>\n<p>Wenn Ihnen NOAC verschrieben wird, muss Ihre Nierenfunktion von Ihrem Arzt \u00fcberwacht werden. Wenn sich die Nierenfunktion verschlechtert, muss m\u00f6glicherweise die Dosis des Medikaments gesenkt werden.<\/p>\n<p>Diese Medikamente k\u00f6nnen ohne \u00dcberwachung des INR verwendet werden und werden nicht durch Lebensmittel, andere Medikamente und Alkohol beeinflusst. Dabigatran und Apixaban werden zweimal t\u00e4glich eingenommen, Rivaroxaban und Edoxaban k\u00f6nnen einmal t\u00e4glich eingenommen werden. Es ist \u00e4u\u00dferst wichtig, dass Sie NOAC t\u00e4glich nach Anweisung Ihres Arztes einnehmen.<\/p>\n<h3>Nebenwirkungen<\/h3>\n<p><strong>Blutungsrisiko (mit Antikoagulantien)<\/strong><\/p>\n<p>Die h\u00e4ufigste Nebenwirkung bei der Nutzung von blutverd\u00fcnnenden Medikamenten sind Blutungen. In den meisten F\u00e4llen sind diese Blutungen nichts Ernstes, lediglich Bluterg\u00fcsse oder eine leichte Nasenblutung. Etwa 1-2&nbsp;% der Personen, die Blutverd\u00fcnner einnehmen, entwickeln jedoch schwerere Blutungen, die eine Bluttransfusion und somit ein Unterbrechen der Blutverd\u00fcnnungsbehandlung erfordern k\u00f6nnen. Die schwerwiegendste Nebenwirkung dieser Art bei blutverd\u00fcnnenden Medikamenten ist eine Hirnblutung oder auch \u201eintrakranielle Blutung\u201c. Wenn Sie besorgt \u00fcber das mit Ihrem blutverd\u00fcnnenden Medikament verbundene Blutungsrisiko sind, besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt. Ihr Arzt wird Ihr individuelles Schlaganfallrisiko beurteilen und es gegen Ihr Blutungsrisiko bei Nutzung eines blutverd\u00fcnnenden Arzneimittels abw\u00e4gen.<\/p>\n<p>Ihr Arzt kann Ihr Blutungsrisiko anhand eines Risiko-Scores berechnen, bevor Ihnen eines der blutverd\u00fcnnenden Arzneimittel empfohlen wird. H\u00e4ufig wird f\u00fcr diese Bestimmung auf den HAS-BLED-Score zur\u00fcckgegriffen.<\/p>\n<p><strong>Beurteilung Ihres Blutungsrisikos bei Nutzung blutverd\u00fcnnender Medikamente &#8211; Online-Rechner<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>LAA-Okkluder<\/strong><br \/>\nIhr Arzt kann auch ein Verfahren vorschlagen, um das linke Vorhofohr (eine Aussackung an der linken oberen Herzkammer) zu verschlie\u00dfen, in dem sich h\u00e4ufig Gerinnsel bilden.<\/p>\n<p>Der Eingriff selbst wird perkutan unter Lokalan\u00e4sthesie durchgef\u00fchrt. Ein Katheter wird durch eine Vene in die Leiste eingef\u00fchrt und in die linke obere Kammer (linker Vorhof) geschoben. Eine Art Stopfen (linker Vorhofsohr-Okkluder) wird in kollabierter Form bis zum Vorhofohr bewegt und dort aufgeweitet, um den Hohlraum des linken Vorhofohrs vollst\u00e4ndig zu verschlie\u00dfen. Mit dem Verschluss des linken Vorhofohrs k\u00f6nnen sich keine Thromben mehr vom linken Vorhofohr zum linken Vorhof und Ventrikel bewegen. Dieses Verfahren wird haupts\u00e4chlich Patienten empfohlen, die aufgrund eines sehr hohen Blutungsrisikos (h\u00e4ufig aufgrund fr\u00fcherer lebensbedrohlicher Blutungsereignisse) ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Blutgerinnsel und eine Kontraindikation f\u00fcr Antikoagulantien haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum besteht ein Schlaganfallrisiko? Bei Vorhofflimmern wird die Vorhofkontraktion verringert, was zu einer Verlangsamung oder sogar einem Stau des Blutflusses f\u00fchrt, was wiederum zur Bildung von Gerinnseln f\u00fchren kann. Dieses Gerinnsel kann dann in den Kreislauf freigesetzt werden, was zu einem Schlaganfall oder systemischer Embolie f\u00fchrt. 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