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Klinische Zeichen und Symptome

Klinische Zeichen und Symptome

Klinische Zeichen und Symptome

 

Was sind die Symptome und klinischen Zeichen von Vorhofflimmern?

Manche Patienten mit Vorhofflimmern haben vielleicht überhaupt keine Symptome. Die häufigsten Symptome sind Palpitationen (ein flatterndes Gefühl im Brustkorb). Andere oft berichtete Symptome von Vorhofflimmern sind Kurzatmigkeit, Müdigkeit, Brustschmerz, Erschöpfung, Schwindelgefühl und sogar Bewusstlosigkeit (Synkope). Die Gründe, aus denen manche Personen mit Vorhofflimmern Symptome verspüren und andere nicht, sind nicht vollständig bekannt. Bei vielen Patienten hängen die Symptome mit einem schnelleren Herzschlag zusammen. Einige Patienten haben Symptome allerdings auch ohne hohe Herzfrequenz. Bei manchen Patienten kann ein zu langsamer Herzschlag während des VorhofflimmernS ebenfalls zu Symptomen führen.

Unregelmäßiger Puls (gewöhnlich beim Abhören des Herzens mit einem Stethoskop erkannt) ist das häufigste klinische Zeichen von Vorhofflimmern bei der körperlichen Untersuchung.

Tabelle 1.

Häufige Symptome und klinische Zeichen von Vorhofflimmern

Unregelmäßiger Puls

Palpitationen

Kurzatmigkeit

Gefühl von Übermüdung oder Antriebslosigkeit

Schwindelgefühl oder Verwirrung

Schwindligkeit oder Ohnmacht

Innere Unruhe oder Angstgefühle

Engegefühl in der Brust oder Brustschmerz

Synkope (Bewusstlosigkeit)

 

Wann sollte man den Notarzt rufen?

Bei einigen Patienten mit Vorhofflimmern können unangenehme Symptome auftreten, die zu erheblichem Unwohlsein führen, insbesondere bei Patienten mit anfallartigem Vorhofflimmern, das als paroxysmales Vorhofflimmern bezeichnet wird. Wenn bei Ihnen einzelne oder alle der oben aufgeführten Symptome auftreten, sollten Sie sofort ein Krankenhaus aufsuchen, um ärztliche Hilfe zu erhalten.

 

Was sind die Gefahren von Vorhofflimmern?

Vorhofflimmern als solches stellt keine direkte und unmittelbare Lebensbedrohung dar, viele Patienten leben Jahrzehnte mit dieser Arrhythmie. Vorhofflimmern kann jedoch schwerwiegende Komplikationen hervorrufen wie zum Beispiel:

  • Schlaganfall
  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

 

Schlaganfall

Die häufigste und schwerwiegendste Komplikation im Zusammenhang mit Vorhofflimmern ist der Schlaganfall. Ein Schlaganfall betrifft jährlich ungefähr 1 von 20 Patienten der Patienten mit Vorhofflimmern. Personen, bei denen Vorhofflimmern diagnostiziert wurde, haben ein fünfmal höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, als jemand gleichen Alters und Geschlechts ohne Vorhofflimmern.

Grundsätzlich kann sich ein Schlaganfall auf zwei Arten ereignen: Ein Blutgefäß im Gehirn kann entweder blockiert werden (vom Blutkreislauf abgeschnitten; „ischämischer Schlaganfall“) oder zu bluten beginnen („hämorrhagischer Schlaganfall“). Durch Blockierung verursachte Schlaganfälle kommen häufiger vor als Schlaganfälle durch Gefäßblutungen.

 

Warum führt Vorhofflimmern zu Schlaganfall?

Ein Blutgerinnsel bildet sich gewöhnlich im linken Vorhofohr, weil hier der Blutstrom reduziert ist. Dies geschieht, weil unkoordinierte elektrische Aktivität in den Vorhöfen deren normale Kontraktion verhindert. Dadurch verklumpen Blutzellen miteinander und erhöhen die Gefahr von Blutgerinnseln. Solche Blutgerinnsel können sich im Blutkreislauf lösen und zu Arterienblockade führen. Tritt dies in den Gehirnarterien auf, entsteht ein Schlaganfall.

 

Was sind die Symptome und klinischen Zeichen eines Schlaganfalls?

Die Stärke und Art der Schlaganfallsymptome hängen von dem betroffenen Gehirnareal ab. Je größer das Gerinnsel und die blockierte Arterie sind, desto schwerer kann der Schlaganfall ausfallen. Wenn sich sehr kleine Gerinnsel vom Hauptgerinnsel im Herz lösen, kann es zu einem Mini-Schlaganfall (einer sogenannten ‚transienten ischämischen Attacke‘ oder TIA) kommen, dessen Symptome in der Regel innerhalb eines Tages abklingen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die häufigsten klinischen Zeichen und Symptome für einen Schlaganfall. Sie sollten sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, wenn Sie eines (oder alle) der folgenden Symptome feststellen, auch wenn diese nur leicht sind und nach einigen Minuten wieder abklingen:

Tabelle 2.

Häufige klinische Zeichen und Symptome von Schlaganfall

Gefühllosigkeit oder Schwäche in Gesicht, Armen oder Beinen, besonders in nur einer Körperhälfte

Asymmetrie im Gesicht oder Herabhängen einer Gesichtshälfte

Verwirrtheit oder Schwierigkeiten, andere zu verstehen

Ungewöhnliche Empfindungen seitlich am Körper

Schwierigkeiten beim Sprechen (Sprache ist schleppend; einfache Wendungen können nicht wiederholt werden)

Schluckbeschwerden

Sehschwäche auf einem oder beiden Augen (bzw. plötzliche Blindheit)

Gehprobleme bzw. Gleichgewichtsstörungen oder Koordinationsschwierigkeiten

Starkes Schwindelgefühl

Starke Kopfschmerzen ohne ersichtliche Ursache

 

Tabelle 3.

Schnelles Identifizieren eines Schlaganfalls mithilfe folgender Anzeichen

Herabhängendes Gesicht – Hängt eine Gesichtshälfte herab oder ist sie gefühllos? Kann der Patient lächeln?

Schwäche im Arm – Ist ein Arm schwach oder gefühllos? Kann die Person beide Arme heben? Fällt ein Arm nach unten?

Sprechschwierigkeiten – Ist die Sprache schleppend? Kann der Patient sprechen oder ist er bzw. sie schwer zu verstehen? Kann der Patient einen einfachen Satz wiederholen, z. B. „Der Himmel ist blau“?

Notarzt rufen – Wenn der Patient eines dieser Symptome zeigt, auch wenn die Symptome wieder abklingen, wählen Sie die Notrufnummer, um ihn bzw. sie sofort in ein Krankenhaus bringen zu lassen.

 

Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

Bei Patienten mit lang anhaltendem Vorhofflimmern besteht das Risiko einer Herzinsuffizienz. Dabei kann das Herz nicht mehr ausreichende Mengen Blut zu Organen und Gewebe pumpen. Obwohl Vorhofflimmern zu Herzschwäche führen kann, ist der umgekehrte Fall öfter zu beobachten. Patienten, bei denen aus anderem Grund eine Herzinsuffizienz besteht, bekommen höchstwahrscheinlich Vorhofflimmern. Sind beide Beschwerden vorhanden, lässt sich nur schwer sagen, welche zuerst präsent war. Nicht alle Personen mit Vorhofflimmern entwickeln eine Herzinsuffizienz.